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Das Lächeln
der Welt am Deutschen Eck Nicht jeder Urlaub führt in die Sonne und bei manch einem scheint es gut, dass er nur drei Tage währt. So lange jedenfalls sollte unsere Radtour von Niederkassel nach Koblenz und zurück dauern. Verteilt auf 98 Km droht die Strecke mit lächerlichen 150 Höhenmetern; sehr vorteilhaft, wenn Kinder mitradeln. Mit Zelt, guter Laune und ein paar Isodrinks machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zum Deutschen Eck.
Auf Höhe Rolandsbogen nach ca. 35 Km passierten wir den ersten Campingplatz. Hier wäre ein Einkehren möglich gewesen, aber bis auf unseren jüngsten hatte noch niemand Lust, das Zelt aufzuschlagen. Die verbleibenden 15 Km bis zur "Goldenen Meile", dem Campingplatz in Remagen, bedurfte es allerdings eines ausgeprägten Motivationsprogramms für unseren Faulpelz, da ihm schlagartig hinter dem verschmähten Campingplatz Beine, Po und Arme schmerzten. Aber als er vor dem Pfeiler der Brücke von Remagen stand und sich erzählen ließ, wie die ersten Amerikaner zu Befreiung Deutschlands über diese Steine liefen, war sein Maulen versiegt - zumal wir wenige Meter danach schon die "Goldenen Meile" erreichten (direkt hinter der "Brücke von Remagen" die Straße rauf und in den ersten Weg links einbiegen).
Nach einer Nacht, die den Regen ins Kinderzelt
und die Kinder zwischen uns getrieben hatte, packten wir morgens unser
nasses Zeug zusammen und bestätigten uns gegenseitig, dass es "dahinten
hell" würde. Vielleicht hatten die Bauern zu sehr gejubelt, die Sonne jedenfalls zeigte sich nicht und ließ Wolken und immer wieder Regenschauern den Vortritt. Wacker fuhren wir weiter bis uns die Rheinpromenade bei Bad Breisig zum Absteigen zwang. Wir nutzten die Gelegenheit zur Kaffee-oder-Kakao-hauptsache-heiß-Pause und starrten trübselig auf den Rhein.
Dem Schiff nachsehend prophezeite ich meine
Vision vom abendlichen Zeltaufbau bei strömenden Regen. Und obschon
ich keine magischen Fähigkeiten habe, lag ich damit gar nicht falsch.
Direkt gegenüber des Campingplatzes befindet sich die Festung Ehrenbreitstein, eine wunderschöne aber leider sehr hoch gelegene Burg, in der eine Jugendherberge integriert ist. Die Jugendherberge wäre eine Alternative zu der voraussichtlich feuchten Nacht gewesen, wenn der Weg dorthin nicht einmal durch die Stadt und dann ca. 150 Meter bergauf geführt hätte, und wenn unser Jüngster etwas stadtsicherer auf dem Rad gewesen wäre. (Tipp: Kurz vor Koblenz setzt eine Fähre zum anderen Ufer über, so dass man wenigstens den Stadtweg umgehen kann.) Während unseres Grübelns hörte es schließlich doch auf zu regnen. Unter Bäumen versuchten wir uns und unsere Zelte vor möglichen Folgegüssen zu schützen - erfolgreich, wie wir wider Erwarten am nächsten Morgen feststellen mussten.
Vom Deutschen Eck aus schoben wir unsere Räder an Souvenierläden vorbei, prägten 5-ct-Stücke zu Gedenkmünzen und landeten schließlich direkt vor dem KD-Schalter. Interessehalber - natürlich ganz ohne radelfaule Absichten - informierte ich mich, ob auch Fahrräder auf den Rheinschiffen transportiert und was das kosten würde - unverbindlich natürlich. Dafür dass die Kinder schon vor Schifffahr-Vorfreude hüpften, konnte ich ja nichts.
23,20 Euro pro Person sollte eine Fahrt nach Bonn kosten; die Kinder allerdings zahlten nur 3,- Euro und die Fahrräder wurden gar gratis transportiert - das war es uns wert, die Füße ins Trockene zu kriegen (Dienstags wären sogar zwei erwachsene Radfahrer zum Preis von einem transportiert worden – Radlertag bei der KD).
Letztlich wurde mir erst auf dem Schiffdeck
bewusst, wie schön unsere Tour gewesen war, und dass es eigentlich
gar nicht so viel geregnet hatte. August 2003
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